Fairtrade-Town Kraichtal


Am 18.06.2020 wurde der Stadt Kraichtal der Titel Fairtrade-Town verliehen. Kraichtal ist die 684. Fairtrade-Town. Viele weitere Städte befinden sich im Bewerbungsverfahren, darunter auch Bad Schönborn und Ubstadt-Weiher. Der Titel muss alle zwei Jahre erneuert werden. Kraichtal wurde in 2022 erfolgreich rezertifiziert.

Die Fairtrade-Partner der Stadt Kraichtal sind:

Einzelhandel: Holzofen-Bäckerei Björn Pfeifer Oberöwisheim I Lidl I Netto I Rewe I Weltladen Kraichtal - Gastronomie: Gaststätte FSV-Treff Bahnbrücken I Augenschmaus und Gaumenfreuden Kraichtal - Vereine: CVJM-Lebenshaus e.V. Unteröwisheim I DRK Münzesheim I Kraichtal hilft e.V. I Musikverein 1930 Oberöwisheim I Schachfreunde Kraichtal - Schulen: Eisenhut-Schule Oberöwisheim I Gemeinschaftsschule Münzesheim I Mönchswaldschule Unteröwisheim - Kindergärten: Kindergarten Sonnenwinkel Neuenbürg I Kindergarten Arche Noah Unteröwisheim - Kirchengemeinden: Evang. methodistische Kirche Kraichtal I Evang. Kirche Menzingen I Evang. Kirche Oberacker I Evang. Kirche Oberöwisheim I Evang. Kirche Unteröwisheim - Tourismus: einzigArt Oberöwisheim

Für den Titel Fairtrade-Town musste Kraichtal nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann die Entwicklung seiner Stadt zur Fairtrade-Town anstoßen. 

Die fünf Kriterien die es für Kraichtal zu erfüllen galt und die weiterhin erfüllt werden müssen:

  1. Die Kommune verabschiedete einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Bei allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse sowie im Bürgermeisterbüro wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel angeboten.
  2. Eine Steuerungsgruppe wurde gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town und darüber hinaus die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus Personen der Bereiche Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft und Stadtverwaltung.
  3. In den Fairtrade-Partner-Einzelhandelsgeschäften und den Fairtrade-Partner-Gaststätten werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten. Richtwert ist hier die Einwohnerzahl.
  4. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchen-/Glaubensgemeinden setzen Informations- und Bildungsaktivitäten zu fairem Handel um und bieten Produkte aus fairem Handel an.
  5. Die Steuerungsgruppe macht Öffentlichkeitsarbeit über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune. Die lokalen Medien berichten über die Ereignisse vor Ort.

Fairtrade-Towns fördern den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich gemeinsam lokal für den fairen Handel stark machen. Das Engagement der vielen Menschen zeigt, dass eine Veränderung möglich ist, und dass jede und jeder etwas bewirken kann.

Was bietet die Kampagne Fairtrade-Towns für Kraichtal?

  • Startschuss für ein faires, nachhaltiges Engagement in der Kommune
  • Bündelung bestehender Aktivitäten zum fairen Handel
  • Übernahme sozialer Verantwortung
  • Positionierung als innovative und weltoffene Kommune mit Vorbildcharakter
  • Anstoß für Projekte neuer Kooperationspartner
  • Handlungsoption für konkrete Umsetzung globaler Entwicklungsstrategien wie der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs)
  • Impulse für das Thema nachhaltige Beschaffung
  • Vernetzung und Austausch mit bestehender Fairtrade-Towns sowie lokalen Fairtrade-Schools und Fairtrade-Universitys
  • Internationale Vernetzung mit über 2.000 Fairtrade-Kommunen in über 36 Ländern
  • Ausbau einer Städtepartnerschaft rund um den fairen Handel
  • Partnerschaftsprojekte mit dem globalen Süden

Warum engagiert sich Kraichtal hilft e.V. für die Fairtrade-Town?

Migration und Flucht ist das Thema über das sich Kraichtal hilft e.V. in 2015 formiert und seine Arbeit aufgenommen hat. Die Thematisierung „Flucht und Fairer Handel“ erscheint uns zwangsläufig, je mehr sich der Verein den Themen der Nachhaltigkeit widmet. Fairtrade ist eine globale Bewegung und leistet einen konkreten Beitrag die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen umzusetzen. Das Kernstück der Agenda 2030, die SDGs vereinen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte von Nachhaltigkeit. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Perspektivisch sieht der Verein Auswirkungen des Fairen Handels auf Migration und Flucht.

Was bietet die Kampagne Fairtrade-Towns für jede und jeden Einzelnen von uns?

Die Kampagne trägt dazu bei, den fairen Handel zu stärken. Sie kann uns allen als Instrument dienen, um im Sinne der Agenda 2030 und den SDG's unseren Beitrag zu der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zum Erhalt unseres Planeten und zum Wohlergehen aller Menschen darauf zu leisten. Der faire Handel hat große Schnittmengen mit den UN-Nachhaltigkeitszielen, die sich sowohl in der Internationalen Charta des Fairen Handels, in den globalen Fairtrade-Standards, der Kampagnenarbeit und den politischen Forderungen von Fairtrade Deutschland e.V. widerspiegeln.

Hier einige Beispiele der Schnittmengen der SDG's mit den Fairtrade-Standards:
Ziel 1 I Keine Armut - Ziel 2 I Kein Hunger - Ziel 3 I Gesundheit und Wohlergehen I Ziel 4 I Hochwertige Bildung - Ziel 5 I Geschlechtergerechtigkeit - Ziel 8 I Menschenwürdige Arbat und Wirtschaftswachstum - Ziel 12 I Nachhaltiger Konsum und Produktion - Ziel 13 I Maßnahmen zum Klimaschutz I Ziel 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen - Ziel 17 I Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Wer Interesse hat in der Steuerungsgruppe mitzuarbeiten und das Thema "Fairer Handel" voranbringen möchte oder Fairtrade-Partner der Stadt Kraichtal werden möchte oder Fragen hat, kann sich gerne per E-Mail an Gabriele Fuchs vom Verein Kraichtal hilft e.V. , Sprecherin der Steuerungsgruppe, wenden.