Würde unantastbar
Über Demokratie und Menschenrechte
Der DAF-Internationale Freundeskreis Bretten e.V. meldete sich im Vorfeld der Landtagswahl mit einer überparteilichen Botschaft auf dem Marktplatz in Bretten zu Wort. Der Verein setzt sich seit 38 Jahren für Verständigung zwischen den Kulturen und Religionen ein und fördert durch persönlichen Einsatz zusammen mit anderen Ehrenamtlichen die Integration von Geflüchteten und Zugewanderten. Der DAF stellte seinen Marktplatzstand unter das Motto „In was für einem Land wollen wir leben?“ und lud zum Gespräch ein. Ein paar Vorschläge wurden bereits im verteilten
Flyer gemacht. Der DAF ist beispielsweise dafür, nicht verdrehten „Wahrheiten“ zu glauben, sondern Meinungen auf Fakten zu stützen, und räumt gleich mit ein paar Falschbehauptungen auf, nach denen Geflüchtete „Sozialtouristen“ oder Verursacher der Wohnungsnot seien. In verteilten Rollen wurde laut aus dem Demokratie-Flyer vorgelesen, der im Netzwerk für Demokratie Kraichgau entstanden ist. Passanten hörten im Vorübergehen, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk sei, das aber der aktiven Pflege bedürfe. Das sei umso dringlicher, als es Kräfte gebe, die das Vertrauen in unser weltweit geachtetes demokratisches System untergraben wollten. Unterstützt wurde der DAF durch die „DemokraTiere“, einer munteren Truppe aus Frauen im Kraichgauer Netzwerk, die für „Demokratie und Vielfalt“ als Elefant, Kuh oder Dino Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Von den einen abgetan und belächelt, wurde der Auftritt von anderen als witzig, bunt und nicht so bierernst beklatscht. Der Verein Kraichtal hilft e.V. steuerte Holztäfelchen mit dem Brandstempel „Würde – unantastbar“ bei, die zum 10-jährigen Jubiläum des vielseitig aufgestellten Vereins in einer großen Gemeinschaftsaktion von Kindergärten, Schulen, Kirchen und weiteren Gruppen gefertigt wurden. Aus einem begrenzten Vorrat wurden Vorübergehende mit einer Würde-Tafel beschenkt als Erinnerung an das oberste Menschenrecht in unserem Grundgesetz.
Bericht von Gerhard Junge-Lampart