Kein Land für Niemand
Am 11. Februar 2026 um 19:30 Uhr fand im Kinostar Bretten eine besondere Filmvorführung statt. Der Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand“ wurde im Rahmen einer Sonderveranstaltung gezeigt, die in Kooperation mit dem Netzwerk für Demokratie und Menschenrechte Kraichgau organisiert wurde. Der Kinosaal war vollständig gefüllt.
Der Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand– Abschottung eines Einwanderungslandes“ ist seit Sommer 2025 in den Kinos. Er begleitet eine Rettungsmission im Mittelmeer, zeigt die katastrophalen Zustände in Lagern für Geflüchtete und gibt Menschen eine Stimme, die den lebensgefährlichen Weg nach Europa überlebt haben. Gleichzeitig blickt der Film auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland. Ein erstarkender Rechtspopulismus prägt den Diskurs. Flucht und Migration werden zunehmend kriminalisiert, und humanitäre Hilfe gerät unter Druck. Die Dokumentation beleuchtet damit die drastischen Folgen der europäischen Abschottungspolitik und die Rolle Deutschlands in diesem Paradigmenwechsel.
Im Anschluss an den Film hatten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit Fragen an Steffi und Uwe von der Seebrücke Karlsruhe zu richten. Die Seebrücke setzt sich für sichere Fluchtwege, eine menschenwürdige Aufnahme Geflüchteter und die Entkriminalisierung der Seenotrettung ein. Mit der Kampagne „Karlsruhe für Seenotrettung“ werden Spenden für die gemeinnützige Organisation SARAH “SEARCH AND RESCUE FOR ALL HUMANS“ gesammelt. Deren Seenotrettungsschiff SARAH mit Heimathafen in Karlsruhe rettet seit 2024 Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken. SAHRAH tritt der menschenrechtswidrigen Politik der EU entgegen und verhindert illegale Rückführungen beispielsweise nach Libyen. In Libyen erwartet die schutzsuchenden Menschen Folter und Menschenhandel.
Ebenfalls anwesend war eine Vertreterin der Initiative „Nein zur Bezahlkarte Karlsruhe.“ Sie erklärte das Tauschsystem bei dem mit der Bezahlkarte gekaufte Gutscheine gegen Bargeld getauscht werden. Die Bezahlkarte ist eine guthabenbasierte Debitkarte, über die Leistungen nach dem AsylbLG ausgezahlt werden. Sie dient offiziell der Verwaltungsvereinfachung, führt aber in der Praxis u. a. zu eingeschränkter finanzieller Selbstbestimmung und Teilhabe.
Nach dem offiziellen Teil blieb das Foyer des Kinos noch lange gefüllt. Der Film wirkte nach, ging vielen sichtbar unter die Haut. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich untereinander und mit den Gästen auszutauschen.
https://kein-land-fuer-niemand.de/
https://www.seebruecke.org/
https://sarah-seenotrettung.org/
https://nein-zur-bezahlkarte-karlsruhe.de/